Freitag, 20. Juli 2007

Anmerkungen zum Gedenktag des 20. Juli

Am 20. Juli 1944 scheiterte das bekannteste Attentat aus der Wehrmacht auf Hitler. In der Berichterstattung wird oft der Eindruck erweckt, es sei nur ein kleiner Personenkreis um Stauffenberg gewesen, der erst aktiv wurde, als der Krieg offensichtlich verloren war. Dies ist definitiv falsch und ich will den Tag nutzen, diesen Verleumnugen entgegen zu wirken:

Schon 1938 plante Generaloberst Beck einen Umsturz, um den Ausbruch eines Krieges von vornherein zu vermeiden. 1942 versuchte die Gruppe um Henning von Tresckow Hitler zu erschießen, als dies misslang, schmugelten sie eine Bombe in das Flugzeug Hitlers. Deren Zündung versagte allerdings. Es gibt etliche weitere Versuche von Wehrmachtsangehörigen, so wollte sich beispielsweise der spätere General Freiherr von Gersdorff bei einem Selbstmordattentat opfern, um sich mit Hitler in die Luft zu sprengen. Es dürfte neben diesen und weiteren bekannten Versuchen noch eine "Dunkelziffer" an unbekannten Attentatsversuchen oder zumindest -plänen von nicht-organisierten Einzelpersonen innerhalb der Wehrmacht geben. Die potentiellen Täter konnten sich ja niemandem mitteilen und nahmen ihr Geheimnis so mit ins Soldatengrab. Der militärische Widerstand war nicht die einzige, aber doch die effektivste und bedeutendste Widerstandsbewegung. Sie war breit aufgestellt - in Folge des Attentats vom 20. Juli starben alleine 23 Generäle und viele weitere Offiziere, der Kreis der Verschwörer umfasste mehrere 100 Personen. Sie war zudem durch hohe ethische Motive und den Glauben geleitet, dies gilt jedenfalls für den ganz überwiegenden Teil und vor allem für die Gruppe um Beck, Tresckow, Stauffenberg und Böselager , dem letzen lebenden Angehörigen des militärischen Widerstands (Bild rechts).

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