Montag, 27. Dezember 2010

Glenwood Springs

Nachdem die heißen Quellen von Glenwood Springs eine Menschenüberfüllte Enttäuschung im architektonischen Stil eines billigen Provinz-Schwimmbades war, in welches wir uns nicht hinein begeben mochten, entdeckten wir, dass der berühmte Western-Held Doc Holliday seine letzte Ruhestätte auf dem hiesigen Friedhof gefunden hat. Da Holliday die Monate vor seinem Tod mit Tuberkulose bettlägrig war verarmte er in dieser Zeit an den Kosten seiner Pflege. Für ein ordentliches Begräbnis blieb kein Geld übrig, daher wurde er auf dem "Potter's Field" beigesetzt. So nennt man in den USA diejenigen Gottesacker, auf denen Mittellose, unbekannte Fremde, Selbstmörder, leichte Mädchen usw. ihre Beisetzungen meist auf Gemeindekosten erhalten. "Potter", zu Deutsch Töpfer, waren der Berufsstand, von denen im Evangelium die Priester eine Begräbnisstätte für verrufene von jenen 30 Silberlingen erwarben, die Judas erhalten hatte. Den genauen Ort seines Grabes kennt man daher heute nicht mehr (oben).

Potter's Field, Glenwood Springs

Für mich war der Besuch der Abschluss einer vormaligen Reise nach Tombstone, Arizona, im Jahr 2008, also jenen berühmten Wirkungsort des Doc Holliday, an welchem er auf der Seite von Wyatt Earp an der lägenderen Schießerei beteiligt war, bei der Billy Clanton und andere ihren Tod fanden.
Noch heute - oder jedenfalls bis vor kurzer Zeit - führt man auf die "Grab-Marker" auf Glenwood Spring' s Potter's Field offenbar Schießübungen durch - vermutlich ein typischer "Brauch" des Westens.

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